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Rauhes Glück

Ralf F. Hartmann, 2007

 

„Rauhes Glück“ ist eine künstlerische Standortrecherche zum urbanen Raum und seinen Peripherien. Der Fotograf Christian Wolter, die Installationskünstlerin Gabriele Künne und der Maler Wiking Bohns zeigen neue Arbeiten, in denen sie von den Hoffnungen und Utopien, von den Verheißungen und Enttäuschungen einer ambivalenten Lebensrealität in der Landschaft Stadt erzählen. Sie wagen den Blick in die Ferne, fokussieren unterschiedliche Optionen des urbanen Agierens und sondieren in der Expansion ökonomisierter Landschaften die blinden Flecken der postindustriellen Landkarte.

Ihre künstlerischen Statements sind subtile Bestandsaufnahmen von Veränderungen, denen sowohl politische, soziale und ästhetische Prozesse jenseits der allgegenwärtigen Kommunikationsstrategien des Urbanen zugrunde liegen. Mit detailgenauen Landschaftsfotografi en gelingt Christian Wolter in der Beobachtung zeitgenössischer Projektentwicklungen eine ästhetische Chronologie schleichender Verdrängungen und neuer Besitznahmen. Die Arbeiten orientieren sich an klassischen Rezeptionsmustern von Landschaft und atmen gleichermaßen nüchterne Bestandsaufnahme wie opulente Leere. Gabriele Künnes Installationen und Objekte stellen auf der Grundlage planerischer Raster Überlegungen zu Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten des sozialen Miteinanders im Kontext der Stadt an. In der Reduktion auf kommunikative Chiffren spielt sie unterschiedliche Szenarien von Fixierung der Verhältnisse und ihrer Aufl ösung in autonomen Prozessen durch. Die Malerei von Wiking Bohns arbeitet mit Überlagerungen traditioneller Bildvorstellungen durch ästhetische Strategien der Gegenwart. Ausgehend von ungewöhnlichen Perspektiven auf urbane Situationen und einer verfremdenden Farbigkeit generieren die großformatigen Leinwände ein verwirrendes Vexierspiel zwischen Bildkonvention und multimedialer Aufl ösung.

Als Gastkünstlerin thematisiert Maja Rohwetter in einer aktuellen Videoarbeit die Konstruiertheit urbaner Topographien in einem visuellen Parcours, der gleichermaßen hinter die signifi kanten Details ihrer Darstellung und die Bildebenen der Malerei führt.

 

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